
«Denke, Du habest nichts getan, so lange Dir noch etwas zu tun übrig bleibt!»
Diesen Spruch hatte Frühmesser Augustin Schibig nicht nur an die Wand seines Wohnzimmers im «Spittel» geschrieben, sondern war auch zeitlebens Mahnung und Wegweiser.
Schibig war ein fortschrittlicher, seiner Zeit vorausdenkender Mensch. Als Frühmesser in Iberg setzte er sich für die Schulbildung der Kinder ein und wechselte anschliessend als Spitalpfarrer nach Schwyz. Die Armut berührte ihn und auf sein unermüdliches Drängen und den persönlichen Einsatz hin wurde 1807 die Armenanstalt gegründet. Ein besonderes Augenmerk galt armen Kindern, wollte er sie doch vor dem Betteln und dem damit verbundenen Verderben bewahren.
So verschaffte er für verlassene Waisenkinder bei Handwerksmeistern eine Lehrstelle oder suchte für sie sonst einen guten Unterschlupf. Er war es auch, der 1817 im Zeichen der Teuerung und Hungersnot eine Suppenanstalt im Spittel einrichtete.
1819 beteiligte er sich zusammen mit anderen «Freunden des Vaterlandes» an der Herausgabe der ersten Zeitung im Kanton Schwyz, dem «Schwyzerischen Wochenblatt».
Viele seiner Werke haben die Zeit überdauert oder erinnern uns in teils veränderter Form an ihn: Volksschule, Fürsorge, Suppenanstalt, Zeitungen, Bibliotheken, Bürgergesellschaft Schwyz und Sparkasse Schwyz.

Die Katastrophenjahre 1798 und 1799 sowie die soziale, wirtschaftliche und politische Situation der Folgejahre und die Einrichtung der Armenpflege stehen in engem Zusammenhang mit der Gründung der «Ersparniskasse im Kanton Schwyz».
Sozialer Zweck
Augustin Schibig gab den Anstoss für die «Ersparniskasse im Kanton Schwyz». Er war ein fortschrittlicher Denker und setzte sich für die Armenpflege ein. Nach den schwierigen Jahren wollte er mit der Ersparniskasse den Sparsinn der Bürger fördern und die Gemeinde in der Armenfürsorge entlasten:
«Vor diesen, liebe Kantons-Einwohner! Euch sicher zu stellen, Euch Hand zu biethen, auch Euer weniges Geld nützlich uns sicher anzubringen, und auf Tage der Noth, auf Euer Alter, auf die Zeit wo Ihr mit etwas Erhausetem einen Gewerb oder Handel anzufangen gut findet, ein sicheres Stück Geld zusammenzuerhalten, wird Euch mit Errichtung einer Ersparniskasse geholfen.»
(Auszug aus der Bekanntmachung über die Errichtung einer Ersparniskasse im Kanton Schwyz, 24.04.1812)
Revolutionäres Gedankengut
Der Gedanke, das hart verdiente und ersparte Geld an einem zentralen Ort zu deponieren und dafür Zins zu erhalten, war für diese Zeit revolutionär. Augustin Schibig erkannte dies und versuchte, die Unsicherheit gegenüber Neuem in der Bekanntmachung zu mindern:
«Wenn euch die Sache schon neu ist, so erschreckt nicht darüber: Es ist keine Last; aber wohltätig mag sie euch werden. Verachtet eine solche neue Erscheinung nicht, weil sie euch noch unbekannt ist. Beehrt sie vielmehr mit eurem Zutrauen, da sie um euer eigenes Wohl errichtet wird.»